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Turmuhr St. Justuskirche


Turmuhr in der St. Justuskirche


Beschreibung
Die heutige St. Justuskirche geht in die romanische Zeit zurück, der Turm dürfte Mitte des 12. Jahrhunderts und das Schiff um 1200 erbaut worden sein. Mitte des 15. Jahrhunderts erhielt die Kirche mit einem neuen Chor das heutige Gepräge, gleichzeitig wurde der romanische Turm ummantelt und erhöht. Seiet der unter Aufsicht von Linus Birchler in den Jahren 1932 - 1934 erfolgten Gesamtrestaurierung und der durch einen Brand bedingten Innenrestaurierung von 1962/63 präsentiert sich die Kirche in unverändertem Zustand. Zwischen 1994 und 1997 wurden die schmiedeeisernen Grabkreuze restauriert und im Jahre 2003 fand eine Neugestaltung des Kirchplatzes statt.

Die ab 2001 ins Auge gefasste Renovation des Gebäudeäussern könnte als normale Instandhaltungsmassnahme betrachtet werden, hätten deren Vorbereitungsschritte nicht zu einer ausführlichen Besichtigung des Dachbodens und des Kirchturms geführt. Dabei zeigte sich, dass sich oben im Turm ein sehr altes, schmiedeeisernes Uhrwerk erhalten hatte, von dem kaum noch jemand Kenntnis hatte. Eine überraschende Entdeckung also, welche unter anderem auch dem örtlichen Uhrmacher Walter Stoop zu verdanken ist. Bis dato galt das 1544 datierte Uhrwerk des Winterthurer Meisters Laurenz Liechti im Kloster Mariahilf zu Altstätten als das älteste noch funktionierende Uhrwerk im Kanton St. Gallen. Im Gegensatz zur Uhr in Altstätten ist das Werk aus Flums weder signiert noch datiert. Die als Expertin beigezogene Sachverständige der Uhrensammlung Kellenberger in Winterthur, Brigitte Vinzens, datiert die Flumser Turmuhr in die Zeit zwischen 1520 und 1530. Ein neuer Rekord in der Zeitmessung also, wenn auch ein rückwärtsgerichteter.

Dieser Fund war Anlass, dieses aussergewöhnliche Werk wieder zu neuem Leben zu erwecken. Die erste Herausforderung war, das aus rund hundert Einzelteilen bestehende Werk in der Engnis des Turms in transportierbare Einheiten zu zerlegen. Das gleiche Prozedere verlangte der Rücktransport. Nach der Restaurierung wurde es im Atelier der Firma Muff erneut in Einzelteile zerlegt, in den Turm hinauf getragen und dort endgültig zusammengesetzt. Die Uhr war 1869 umgebaut und 1933 zum letzten Mal revidiert worden. Nebst wenigen zu ergänzenden Teilen, die wiederum in Schmiedeeisen gefertigt wurden, war die Reinigung eine der wichtigsten Massnahmen. Dabei wurde der ockergelbe Anstrich von 1933 entfernt. Die Aufzugseinrichtung mit Handkurbel und Hanfseilen wurde belassen, das Aufziehen mit einer Steuerung versehen, welche die Handhabung vereinfacht. Die Uhr läuft und tickt, und sie darf - ähnlich einer älteren Person - täglich etwas von der Richtzeit abweichen. Die auf den rohen Putz gemalten Zifferblätter, auf der Nordseite stark von Algen belegt und südseitig von der Sonne ausgebleicht, wurden gereinigt und mit reiner Mineralfarbe ausgebessert. Dieselbe Massnahme erfolgte auch an der Sonnenuhr.

Die eigentliche Aussenrenovation, bestehend aus Instandstellungsarbeiten an Putz, Steingewänden, Gittern, Fenstern und Dach, erfolgte sehr zurückhaltend. Das behutsame Vorgehen verdient es, ebenfalls erwähnt zu werden, wenn es auch neben der Trouvaille im Turm und der grossen Zuwendung, welches dieses historische Uhrwerk allseits erfahren hat, etwas in den Hintergrund rückt.

So verantwortungsbewusst wie die Kirchgemeinde 1985 das aussergewöhnliche Fastentuch einer Konservierung unterzogen hatte, so sorgfältig erwies sie sich im Umgang mit den schmiedeeisernen Preziosen dieser Kirche. Das sind sowohl die einzigartigen Friedhofskreuze als auch - und nun als Krönung aller Bemühungen zu werten - dieses sehr seltene Uhrwerk aus dem frühen 16. Jahrhundert. Es hat die Zeit nicht nur überdauert, es führt sie weiterhin an.

Turmuhr Film1

Turmuhr Film 2

Turmuhr Film 3

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